ATSV Kleinsteinbach – SVV 5:2 (2:1)
Die Woche der Wahrheit hatte der SVV am vergangenen Sonntag mit einem Auswärtssieg in Stupferich begonnen und am Donnerstag im Nachholspiel gegen den SV Spielberg II zu Hause leider nur ein Remis folgen lassen. Somit war man beim Tabellendritten in Kleinsteinbach unter Zugzwang, um die 7-Punkte-Vorgabe von Trainer Kromke noch zu erreichen. Die Vorzeichen standen allerdings alles andere als günstig, da mit Kinkel, Kleine, Gräßer und Demel gleich 4 wichtige Stammkräfte verletzungsbedingt passen mussten. Dennoch wollte man aus einer sicheren Abwehr heraus den zweiten Auswärtssieg in Folge einfahren.
Der SVV erwischte auch einen guten Start und hielt in der Anfangsphase sehr gut dagegen. So waren erste Einschussmöglichkeiten durch Glück und Merklinger die logische Folge des gelungenen Kombinationsspiels der Kromke-Elf. Leider fehlte vor dem Tor wie so oft die nötige Durchschlagskraft und so blieb es dem ATSV überlassen, mit dem ersten gefährlichen Angriff nach ca. 25 Minuten in Führung zu gehen. Bernhardt ließ seinem Gegenspieler dabei bei einer an für sich harmlosen Flanke viel zu viel Freiraum und so konnte der Mittelstürmer der Hausherren aus 7m ungestört zum 1:0 einnicken. Der SVV ist ja leider schon gewohnt, in Rückstand zu geraten und gab kurze Zeit später auch die passende Antwort. Ein Freistoß von Benz, der heute im Mittelfeld aufgeboten wurde, wurde am langen Pfosten von Kapitän Fritz per Kopf quer gelegt und Kunz musste die Kugel nur noch über die Linie drücken. Keine 10 Minuten später allerdings der nächste Blackout in der SVV-Defensive. Dabei wurde den Anhängern des SVV leider wieder einmal schmerzhaft vor Augen geführt, dass die junge Truppe aus ihren Fehlern einfach nicht lernt. Der Kapitän des ATSV leitete dabei mit einer Flanke eine exakte Kopie des 1:0 ein und erneut war Bernhardt zu weit von seinem Gegenspieler entfernt. Falk konnte dieses Mal zwar per Glanzparade den Kopfball abwehren, doch leider war am langen Pfosten auch Schindele 2 Schritte zu spät, so dass sein Gegenspieler zum 2:1 abstauben konnte. Bis zu Pause passierte nicht mehr viel und es blieb wie so oft die Erkenntnis, dass der SVV gut gespielt, sich jedoch durch Unkonzentriertheiten selbst um den Lohn der Arbeit gebracht hatte.
Da die Tabelle eine deutliche Sprache spricht, musste der SVV in der 2. Halbzeit das Spiel unbedingt noch drehen und auf Sieg spielen, weshalb Fritz nun als 3 Spitze nach vorne rutschte. Außerdem kamen Ochs und Gerhardt für Merklinger und Degbe.
Der Anpfiff zur 2. Halbzeit war allerdings noch nicht richtig verstummt, da legte sich die Hintermannschaft des SVV das nächste faule Ei ins Nest. Seelinger konnte erneut ungestört von links flanken und fand wieder einmal seinen Mittelstürmer, der den Ball dieses Mal etwas glücklich mit dem linken Bein ins SVV-Gehäuse abfälschte. In der Folge schien sich die Gästeelf in ihr Schicksal zu ergeben und war nur noch körperlich auf dem Platz. Diese Passivität gipfelte im „dümmsten“ Tor des Tages aus Sicht des SVV. Gleich 4 Völkersbacher Abwehrspieler waren nacheinander nicht dazu in der Lage, dem Ball einen Tritt zu geben und aus dem Sechzehnmeterraum zu befördern. So landete der Ball auf mehreren Umwegen bei einem Kleinsteinbacher Angreifer, der dem munteren „Gestochere“ ein Ende setzte und den Ball über die Linie drückte.
Nun als die Messe schon gelesen schien, wachten die Gäste plötzlich wieder auf und erarbeiteten sich mehrere Chancen. Zunächst versagten Benz nach einem weiten Pass von Fritz freistehend vor dem Kleinsteinbacher Keeper die Nerven. Danach versuchte Schindele nach einer Flanke von links den Ball noch einmal anzunehmen anstatt direkt abzuschließen. 10 Minuten später machte er es dann allerdings besser. Bernhardt, der mittlerweile im Mittelfeld spielte, setze sich schön durch und legte den Ball von der Grundlinie mustergültig auf Schindele zurück. Dieser hatte wenig Mühe, den Ball aus 5 Metern einzuschieben. Keine 5 Minuten später dann sogar die große Chance zum Anschlusstreffer. Benz schlug einen weiten Freistoß auf seinen Kapitän Fritz, der sich mit seinem Gegenspieler im Kampf um die bessere Kopfballposition eine griechisch-römische Ringeinlage im Sechzehner lieferte. Zwar setze sich Fritz letztendlich durch, brachte jedoch das Kunststück fertig, aus 5 Metern vorbeizuköpfen. So gab es anstatt des Anschlusstreffers nur wenig später das endgültige KO für die Gäste, als die Hausherren einen Konter zum 5:2 abschlossen.
Kurz vor Schluss dann noch ein Aufreger. Wehrle, der schon gelb verwarnt war, holte seinen Gegenspieler unsanft von den Beinen. Dieser revanchierte sich in bester Zidane-Manier und durfte folgerichtig mit roter Karte vorzeitig zum Duschen. Der ohnehin nicht immer souverän wirkende Schiedsrichter zeigte Wehrle allerdings nochmals gelb. Erst nach Aufforderung von Fritz sein Strafregister nochmals sorgfältig zu prüfen, zeigte er Wehrle die Ampelkarte. Der kurz darauf folgende Schlusspfiff erlöste somit sowohl die Gäste als auch den Schiedsrichter selbst, der offensichtlich den Überblick verloren hatte.
Dieses Spiel sollte man aus Sicht des SVV ganz schnell abhaken und den Blick nach vorne richten. Beim Tabellendritten kann man verlieren – wenn auch die Art und Weise wenig Grund zum Optimismus gibt!! In den folgenden 5 Spielen werden die Weichen nun endgültig gestellt – nacheinander geht es gegen die 2.Mannschaften, die zusammen mit dem SVV noch im Abstiegskampf stecken. Dabei gilt es, 6 Punkte aufzuholen – ein sehr schweres aber nicht aussichtloses Unterfangen.
Aufstellung SVV: Falk, Kunz, Koch, Bernhardt, Merklinger (45. Gerhardt), Wehrle, Benz, Schindele, Fritz, Degbe (45. Ochs), Glück (65. Demel)
Ersatz: Ochs, Gerhardt, Demel, Koch (ETW)
1:0 ??? (25.)
1:1 Kunz (32.)
2:1 ??? (40.)
3:1 ??? (47.)
4:1 ??? (62.)
4:2 Schindele (78.)
5:2 ??? (86.)









